Montag, 9. Dezember 2013

Man muss nicht gleich sterben, wenn man Brügge gesehen hat. Aber schön ist's hier...



Gestern war der Tag der Abreise aus Gent gekommen. Da wir allerdings gerne noch in das Design-Museum wollten, was wir in den zwei Tagen vorher nicht geschafft hatten, packten wir die Sachen ins Auto und machten uns auf einen letzten kurzen Fußweg durch die Stadt. Anschließend  machten wir uns auf den Weg nach Brügge. Unterwegs musste natürlich jeder offene Supermarkt begutachtet werden – ohne jedoch Erfolge in Sachen Fruchtbier für Andrea zu verzeichnen.
Klar, es gibt jede Menge Fruchtbiere, aber Madame hat sich auf eine Sorte eingeschossen und diese gibt es nicht unbedingt überall und schon gar nicht in den gewünschten Geschmacksrichtungen.
Mittlerweile ist Holger bereit, auf dem Weg zurück nach Brüssel einen kleinen Abstecher in die Brauerei zu machen, damit Andrea direkt vor Ort einkaufen kann.
In einer kleinen Stadt namens Eeklo mussten wir einen spontanen Stopp einlegen, um ein Ensemble aus Rathaus und Kathedrale anzuschauen, welches dekorativ am Wegesrand stand. Eine Ortschaft weiter lernten wir, womit sich die Belgier aus der näheren Umgebung am Sonntag die Zeit vertreiben. Man macht mit der ganzen Familie einen Ausflug in einen riesigen Billigmarkt, der sonntags geöffnet hat. Nun denn…

Da Belgien ja nun nicht wirklich groß ist, hatten wir bald darauf Brügge erreicht. Netterweise führte unser Navi uns durch eins der vier mittelalterlichen Stadttore. So wussten wir von der ersten Sekunde an, was auf uns zukommt. Unsere Unterkunft haben wir auch schnell gefunden und nachdem wir die Klamotten ausgeladen hatten, machten wir uns auf den Weg, einen ersten Streifzug durch die Stadt zu machen. Hier traf uns allerdings der Schlag. Es war unfassbar, wie viele Menschen sich durch die Straßen der Altstadt drängten. Es war die Hölle los und wir schickten das eine oder andere Stoßgebet gen Himmel, dass sich das Montag ändern würde. Es war wirklich nicht mehr schön und wir möchten nicht wissen, was in dieser Stadt im Sommer los ist. Leider verdarb diese Schieberei uns auch ein wenig das Vergnügen an der wirklich schönen Kulisse, die diese Stadt zu bieten hat. Insofern brachen wir den Versuch auch recht bald ab und verkrümmelten uns lieber auf den Weihnachtsmarkt an den Glühwein und –bierstand. Hier können sie das mit dem Glühwein nämlich wieder. ;-)
Zurück im Appartement haben wir uns dann erst mal intensiv auf die kommenden Tage vorbereitet, indem wir uns den Film „Brügge sehen und sterben…?“ angesehen haben. ;-)

Frohen Mutes machten wir uns heute Morgen mit einem straffen Zeitplan im Gepäck auf den Weg. Wir hatten uns – wie in Gent – die City Card gekauft, die zahlreiche Punkte umfasst und natürlich erst mal abgearbeitet werden will. Und siehe da, unsere Gebete sind erhört worden. Die Situation in der Stadt war deutlich entspannter. Am Wochenende sollte man Brügge also offensichtlich meiden – und das zu jeder Jahreszeit.
Den Auftakt des heutigen Programms machte ein Besuch im Historium, einer multimedialen Zeitreise in das goldene Zeitalter der Stadt. Sehr charmant gemacht und man bekommt einen guten Eindruck, wie das Leben im Jahre 1435 ablief. Eigentlich wollten wir jetzt auf den Belfried, der Tagesordnungspunkt, auf den Holger sich freut, seit er weiß, dass wir 366 Stufen nach oben kraxeln müssen und er uns Mädels scheuchen kann. Hier war jedoch reichlich Andrang und wir beschlossen nach kurzem Kriegsrat, dass wir dort morgen früh direkt zur Öffnung nochmal unser Glück versuchen werden, denn die Warterei kostete einfach zu viel Zeit. Also machten wir uns auf den Weg zur Onze Lieve Vrouwekerk, mit einigen Abstechern in ein paar Läden, die links und rechts des Weges lagen. Die Kirche wird momentan komplett restauriert und man kann sie daher nur eingeschränkt besichtigen. Die Restaurierung ist allerdings auch bitter nötig!
Direkt nebenan wartete eine Picasso-Ausstellung, in die Andrea und Holger Susanne zuliebe mit rein gingen. Leider war sie aber nicht das, was Susanne sich davon versprochen hatte. Also ging es nahtlos weiter zur nächsten Kirche (die können sie ja gut in dieser Stadt), der Sint-Salvatorskathedraal.
Jetzt lief uns langsam sie Zeit weg, denn die Sehenswürdigkeiten öffnen alle nur bis 17 und die Läden bis 18 Uhr. Wir wollten aber noch einige Punkte unter einen Hut bringen. Zunächst das Rathaus der Stadt – noch so ein lustiger Prunkbau – von denen es ja kaum welche hier in der Stadt gibt… damit hatten wir den geplanten Sightseeing-Teil des Tages aber zum Glück auch durch. So langsam stellte sich bei uns dreien nämlich auch Reizüberflutung ein. Für einen Besuch im Whiskey Huis, einem Bierladen und der Brügger Dependance des Pralinenladens, den wir in Antwerpen kennen gelernt hatten, reichte es aber noch.

Endlich hatten wir auch Zeit, etwas zu essen und ein leckeres Glühbier zu trinken. Zu dem Zeitpunkt befanden wir uns alle in einem unterschiedlichen Stadium der Erschöpfung. Holger schien noch am fittesten, Andrea hingegen mochte wieder nicht mehr reden. Susanne schwebte irgendwo dazwischen. Holger war es auch, der vorschlug, einen anderen Weg zum Appartement einzuschlagen. Der dann wiederum dafür sorgte, dass Andrea plötzlich wieder hellwach war, denn unvermittelt standen wir vor einem Laden, in dem es viele lustige Mickey und Minnie Mäuse gab und eine sehr nette Eisbärenfigur. Natürlich war der Laden zu, insofern haben wir für morgen noch einen neuen Tagesordnungspunkt auf der eigentlich sowieso viel zu langen Liste. Aber zum Glück sind die Wege in dieser Stadt ja sehr kurz. :-)

Apropos Einkäufe… nein, Holgers Golf ist nicht plötzlich zum Transporter mutiert. Und wir amüsieren uns auch schon bei jedem Einkauf, wie wir das alles verstaut bekommen. :-)

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