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Montag, 2. Dezember 2013

Über den Dächern von Brüssel



Heute früh empfing uns Brüssel wieder mit strahlendem Sonnenschein. Zum Glück, denn wir hatten zwei Ziele auf dem Programm, bei denen klare Sicht von Vorteil war. Dazu mussten wir uns zunächst mit dem Brüsseler U-Bahnsystem auseinander setzen. Eine einfache Aufgabe, wenn man Berlin gewöhnt ist. Wenn man mal von den seltsamen Fahrkartenautomaten absieht und der einen Station, wo zwei Züge dieselbe Endhaltestelle haben, aber in unterschiedliche Richtungen fahren. Aber von so Kleinigkeiten lassen wir uns ja nicht lange aufhalten und wanderten gut gelaunt durch eine tolle Parkanlage auf eins „der seltsamsten Bauwerke Brüssels“ (Zitat Reiseführer) zu: die Basilique Nationale du Sacré-Couer auf dem Koekelberg. Grundsteinlegung war 1903 und aufgrund der Baupause während des ersten Weltkrieges und der anschließenden Veränderung des Geschmacks konnte man sich wohl nicht so Recht entscheiden, wie man diese Kirche gestalten wollte. Heraus kam am Ende ein Mix aus Neugotik und Art Deco und einer der größten Kirchen der Welt.
Das Highlight ist aber auf jeden Fall der Blick von der über fünfzig Meter hoch gelegenen Kuppel auf die Stadt. Zum Glück mit stabiler Steinmauer drum herum, sonst hätte Susanne gestreikt! Von dort hatten wir auch einen schönen Blick auf eines unserer nächsten Ausflugsziele, nämlich dem Atomium.

Zwischen uns und dem frisch geputzten und damit lustig strahlendem Atomium, stand aber zunächst eine Rundreise durch Europa auf der Tagesordnung. Ganz Europa in zwei Stunden. Ein Paradies für Japaner, die zum Glück zu dieser Jahreszeit nicht so inflationär auftreten. ;-)
So konnten wir ganz entspannt zwischen den Miniaturbauten flanieren, das ein oder andere künftige Reiseziele entdecken und Susannes Kamera strapazieren. Die ganze Anlage ist wirklich toll gemacht. Aber, ganz ehrlich, als Malteser oder Luxemburger hätten wir schwer geschmollt. Eine Ausgrabungsstätte bei den einen und eine Brücke bei den anderen – das soll alles sein?

Eigentlich wäre jetzt dringend eine Pause fällig gewesen, aber angesichts des schwindenden Tageslichtes sind wir dann doch erst zum Atomium und dort in die oberste Kugel gefahren. Der Ausblick von hier war noch etwas imposanter. Zum Glück für Susanne gab es aber auch hier stabile Wände zwischen ihr und dem Abgrund. Brüssel ist aber wirklich eine sehr übersichtliche Stadt. Die ein oder andere Kirche ragt heraus und natürlich der riesen Hochhauskomplex, in dem die ganzen EU-Büros untergebracht sind. Und wenn man sich dann noch zu Gemüte führt, dass in der Stadt Brüssel grade mal 149.000 Leute wohnen, und bei der EU 30.500 Menschen arbeiten…
Zu Andreas Entzücken entdeckten wir im Park unterhalb des Atomiums auch noch den Wohnsitz der belgischen Königsfamilie, wenigstens ein bisschen adliger Glanz. ;-)
Enttäuscht waren wir willigen Merch-Opfer ja sowohl im Mini-Europa, als auch im Atomium von den Shops. Nicht einen Cent haben wir ausgegeben! Kurzzeitig keimte ja Hoffnung auf, als Andrea eine Werbung von einem Pralinenhersteller für Pralinen in Micky Maus-Form entdeckte. Nur gab es die Teile da leider nicht zu kaufen. So können wir nicht arbeiten! Google wurde – kaum zurück im Hotel – auch sofort befragt, wo es diese Pralinen in Brüssel und Antwerpen gibt. Da geht noch was… Andrea hört ja eh nicht auf zu nerven, bis sie sie hat. ;-)

Nun folgte die längst fällige Pause bei einem leckeren Himbeer-Bier. Das Unterhaltungsprogramm in der Kneipe war auch nicht ohne. Es bestand aus zwei Kerlen, die einen künstlichen Weihnachtsbaum zusammen bauten und anschließend dekorierten. Man kann sich dabei durchaus geschickter anstellen. Als sie fast fertig waren, fragte der eine, was wir vom Baum halten würden. Susanne antwortete brav, dass er ganz schick wäre. Aber der Mann wollte keine Lügen hören, er bescheinigte sich selber lachend, dass der Baum eine Katastrophe sei. Na ja… so deutlich wollte Susanne es ja nicht sagen. Der Höhepunkt des Spektakels war erreicht, als die beiden, bei dem Versuch, die Lichterkette um den Baum zu wickeln, natürlich die Hälfte der mühevoll angehängten Kugeln wieder herunter rissen… höchste Zeit, den Laden fluchtartig zu verlassen, um keinen totalen Lachanfall zu bekommen.

Da es mittlerweile dunkel war, präsentierte sich das Atomium in schönster Blinker-Beleuchtung, die noch fotografisch eingefangen werden musste, eh wir die Rückreise antraten. Im Gegensatz zu gestern war der Betrieb auf dem Weihnachtsmarkt sehr übersichtlich, so dass wir uns recht entspannt die erste Portion Pommes der Reise und anschließend einen original Nürnberger Christkindel-Glühwein gönnen konnten.
Zurück im Hotel beschließen wir den Abend mit einem leckeren Honig-Bier. Morgen früh statten wir dann noch dem Kleiderschrank von Manneken Pis einen Besuch ab, eh es weiter nach Antwerpen geht.
Bis morgen, ihr Lieben.

Sonntag, 1. Dezember 2013

Auf in's nächste Königreich



Und schon wieder sind wir unterwegs.
Zur Abwechslung gibt es diesmal eine Rundreise durch Belgien. Ein Ziel, welches uns nicht nur einmal fragende und ungläubige Blicke unserer Mitmenschen einbrachte.
Gemäß unserer neuesten Sammelleidenschaft schauten wir mal, von welchen Städten es in Belgien Starbuckstassen gibt.
Brüssel, Antwerpen, Gent und Brügge. Und somit standen die Ziele unserer kleinen Reise fest.
Und weil wir gerade bei Starbucks sind….
Auf dem Weg vom Flieger zum Gepäckband stolperten wir schon über den ersten. Und siehe da, es gab hier nicht nur die Brüsseltasse, nein auch die restlichen drei.
Und während unsere Koffer bereits einsam ihre Kreise auf dem Gepäckband drehten, hakten wir die ersten 4 Punkte auf unserer Planungsliste ab. Als kleines Dankeschön für unseren Großeinkauf gabs auch für jede von uns einen Kaffee aufs Haus.
So gestärkt reisten wir in die Innenstadt. Nach ein paar kleinen Umwegen fanden wir auch unser Hotel, aber leider war noch kein Zimmer frei. Also gingen wir erstmal frühstücken und verschafften uns einen kleinen Überblick.
Nach einer kleinen Pause im Hotel folgten wir einfach den Menschenmassen. Die gesamte Gegend um unser Hotel ist quasi Weihnachtsmarkt. Und da Sonntag ist, waren alle Brüsseler hier.
Manneken Pis war leider angezogen und auch noch mit einem – für Andreas Geschmack – total hässlichem Kostüm. Susanne meint es sollte Homer Simpson sein.
Weiter ging es durch die vielen kleinen Gassen und auf dem Grote Markt angekommen, wollte wir eine Pause. Das Wetter war schön und nicht allzu kalt, also haben wir uns draußen gleich gegenüber vom wunderschönen Rathaus einen Platz gesucht.
Bei lecker Himbeerbier wurde es langsam dunkel und plötzlich ertönte über den ganzen Markt wunderschöne Musik und eine tolle Lichtchoreographie tauchte das Rathaus und die angrenzenden Häuser in ein Meer aus Farben.
Nach diesem Spektakel wurde uns allmählich kalt und so ging es zu einem kurzen Zwischenstopp ins Hotel.
Zum Abschluss des Tages wollten wir dann noch auf den Hauptteil des Weihnachtsmarktes, wo es eine Eisbahn, viele Stände und ein Riesengrad gibt.
Aus Deutschland ist man ja jede Menge und jede Art von Weihnachtsmarkt gewöhnt und somit auch verwöhnt. Hier in Brüssel war es nett, aber uns fallen allein in Berlin ein paar Märkte ein, die schöner sind. Und vor allem gab es auch nicht wirklich etwas anderes zu sehen. Gut, die Essensstände sind eine Mischung aus französischer und niederländischer Küche, aber das war es auch schon.
Glühwein kommt meist aus Deutschland und dann heißt er hier auch so. Und um Bratwurst muss uns die Welt wirklich beneiden.
Nach England, ist Belgien nun das zweite Land was mit „original“ deutscher Wurst an die Stände lockt. Aber was man da so auf dem Grill liegen sieht, entlockte uns nur ein schmunzelndes Kopfschütteln.
Trotzdem ließen wir uns einmal über den ganzen Platz schieben und sind nun froh, dass wir nun endlich auf dem Bett liegen. Während Andrea tippt, muss Sanne dem Schlafdefizit der letzten Nacht Tribut zollen und ist bereits sanft entschlummert. ;-)
Da wir aber noch lecker Bier hier haben und sie den Öffner dafür in ihrer Tasche hat – zumindest hofft Andrea, dass er da ist – wird es mit dem kleinen Schläfchen gleich vorbei sein.
Bis morgen, Ihr Lieben…. :-)