Einmal fürs Protokoll… Gent ist hässlich! Egal ob tagsüber
oder abends, ob vom Lande oder vom Wasser aus betrachtet. Diese Häuser gehen
einfach gar nicht! Man biegt um die Ecke und wieder steht eine komplette Fassaden-Reihe
vor einem, die wirklich an Hässlichkeit nicht zu überbieten ist! Genauso, wie
die kleinen Läden, Cafés, Restaurants, Bars… widerlich! Bloß nicht hinfahren!
Wo wir das geklärt haben, können wir uns dem heutigen Tag
widmen. Gestern hatten die Ausläufer Xavers uns ja auch ein wenig im Griff. Heute
früh hingegen strahlte der Himmel, als hätte er nie was anderes getan. Nach dem
Frühstück führte unser Weg uns zunächst zu Burg Gravensteen, eine schnuckelige
Wasserburg am Rande der Altstadt. Viele Wendeltreppen und schöne Ausblicke
später kamen wir überein, dass die Burg sich perfekt in Gent einfügt. Genauso
hässlich, wie alles andere…
Von dort führt unser Weg uns zum Caermersklooster.
In dem einen Teil war eine Ausstellung zur Geschichte des Genter Altars, den
wir uns erst morgen ansehen – jedenfalls das, was man zurzeit sehen kann, denn
er wird restauriert. Im anderen Teil gab es eine Ausstellung zu Martin
Scorsese, die zwar nicht eingeplant, aber sehr interessant war. Die Ausstellung
hat allerdings unseren Zeitplan etwas durcheinander gewirbelt, denn eigentlich
wollten wir noch in ein Museum, ehe wir uns der Bootsfahrt über die
mittlerweile spärlich gesäten Grachten widmen wollten. Gut, Pläne sind dazu da,
um umgeworfen zu werden. Schnell das Bootsticket geholt und die verbleibende dreiviertel
Stunde bis Abfahrt genutzt, um sich die St. Niklaaskerk anzuschauen.
Anschließend entdeckte Andrea auf der anderen Straßenseite einen weiteren Leonidas (der Chocolatier mit den Mickey-Pralinen). Da wir davon mittlerweile auch einige durch hatten, war die Chance gering, aber wir haben ja in London gelernt, dass man die Hoffnung nie aufgeben darf.
Und tatsächlich. Strahlend und wild mit der Einkaufstüte wedeln, kam Andrea wieder aus dem Laden raus.
Nun aber rauf aufs Boot und Gent einmal von der Wasserseite aus betrachtet.
Anschließend entdeckte Andrea auf der anderen Straßenseite einen weiteren Leonidas (der Chocolatier mit den Mickey-Pralinen). Da wir davon mittlerweile auch einige durch hatten, war die Chance gering, aber wir haben ja in London gelernt, dass man die Hoffnung nie aufgeben darf.
Und tatsächlich. Strahlend und wild mit der Einkaufstüte wedeln, kam Andrea wieder aus dem Laden raus.
Nun aber rauf aufs Boot und Gent einmal von der Wasserseite aus betrachtet.
Das Boot war zwar überdacht, aber geheizt ist
anders. Einigermaßen durchgefroren liefen wir anschließend zum Weihnachtsmarkt,
um uns einen Glühwein einzuverleiben. Vergebens… auf diesem gesamten
Weihnachtsmarkt gab es alles, aber keinen Glühwein! Sorry, liebe Genter. Aber ein
Weihnachtsmarkt ohne Glühwein ist wie Ostern ohne Hasen! Zum Glück gab es aber
unweit der Bootsanlegestelle einen Stand, an dem es sehr leckeren Glühwein für
die Mädels und Kaffee mit Whisky für Holger gab. Während wir da so gemütlich
standen, stellten wir fest, dass uns schon wieder die Zeit davon lief, denn
Ladenschluss in Gent ist zwischen 18 und 18.30 (okay, irgendwelche Fehler muss
diese Stadt ja haben!), und Susanne musste ganz dringend noch etwas völlig
überflüssiges und total schönes jagen. Aber so ne Metalldose für Medikamente
mit Erste-Hilfe-Rehkitz drauf kann man nun wirklich nicht stehen lassen! Das
hat zum Glück auch Holger eingesehen. Jedenfalls, nachdem wir noch einen
VW-Bulli entdeckt hatten, in dem man ganz wunderbar Kosmetiktücher verstecken
kann. ;-)
Einen kurzen Besuch im Supermarkt und im Appartement
später waren wir auch schon auf dem Weg zu unserem nächsten Ziel: t‘Dreupelkot –
ein Laden, in dem es über 200 Jenever-Sorten gibt. Klein, eng und einfach urig!
Die Karte ist endlos und verlangte Susanne einige Übersetzungsküste ab. Aber nach
dem zweiten Jenever klappt das mit dem Holländisch auch immer besser. ;-)
Von Vanille über Melone über „gewöhnlichen“
alten und jungen Jenever hat der Laden alles, was das Herz begehrt. Zum Glück
waren wir recht früh da, so dass wir auch noch einen Platzt ergattern konnten. Und
zwei Regeln haben wir schnell gelernt: wenn das randvolle Glas auf dem Tresen
steht: erst nippen, dann weg tragen. Und nach zwei Jahren hat man, nach Meinung
eines Einheimischen, alle Sorten durch. Dummerweise
haben wir ja nur noch zwei Tage, also wurden mal tapfer vier Sorten pro Person
durchprobiert. Morgen gibt es die nächste Runde. ;-)
Momentan haben wir das Gefühl, dass Gent die
erste Stadt unserer Rundreise ist, bei der unsere Aufenthaltstage nicht reichen
könnten. Aber warten wir erst mal den morgigen Tag ab. :-)
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