Donnerstag, 31. Mai 2012

Die Donau fiel ins Wasser…


Unsere für heute geplante Donauschifffahrt opferten wir dem Regengott, der darüber so happy war, dass er sich spontan entschied, den angedrohten Mittagsregen ausfallen zu lassen. Was auch nichts mehr nützte, da die Bootsfahrt zeitlich weder heute noch in den nächsten Tagen mehr rein passt. Wir haben nämlich kurzerhand für heute dann die Hofburg auf die Tagesordnung gesetzt. Schönbrunn erschien uns ja schon groß, ist aber ein kleines Wochenendhäuschen verglichen mit der Burganlage. Und wir haben ja nur einen Bruchteil von innen gesehen.
Erst ging es in die Silberkammer. Silber, Gold, Porzellan, Gläser, noch mehr Gold und Gläser und Porzellan. Würde wohl für alle Haushalte in unserem Bekannten- und Familienkreis reichen. Allerdings haben wir hier nicht jeden Silberlöffel einzeln umgedreht, sondern sind relativ zügig durch die stattliche Sammlung geeilt. Schließlich wollten wir in die Sissi-Ausstellung und in die Kaiser-Appartements…

Sissi war eine gut gemachte Ausstellung, sehr liebevoll mit vielen persönlichen Aspekten, die den Mythos der Kaiserin immer mal wieder relativiert hat. Aber an anderen Stellen frönt die Ausstellung dem Sissi-Kult total. Ganz zu schweigen vom Shop, bzw. letztlich der ganzen Stadt. Fazit: bist Du zu Lebzeiten ein Problem, wirst Du nach dem Tod Kult…

Die kaiserlichen Räume von Franz Josef ähnelten denen in Schönbrunn. Sehr spartanisch, zweckorientiert, wenig pompös. Arbeiten stand bei ihm an erster Stelle. Egal, in welchem Schloß. Sissis Räume hingegen waren wirklich spannend. Sie hatte ihr eigenes kleines Reich, vollkommen nach ihren Wünschen eingerichtet. Am spannendsten dabei ihr Turn- und Toilettenzimmer. Dort verbrachte sie täglich drei (!) Stunden bei der Haarpflege (gut, die gingen ja auch fast bis zum Boden) und lernte dabei Fremdsprachen oder ließ sich vorlesen. Außerdem gab es eine Sprossenwand, ein Reck und Ringe, an denen sie täglich Übungen machte. Sie wollte ihre schlanke Linie nicht verlieren, der Hofstaat fand es skurril. Ach ja, die eigene Massagebank und das doch recht moderne Badezimmer fehlten natürlich auch nicht! Und an den Wänden fanden sich u.a. drei Porträts von Heine, den sie verehrte, der aber angesichts seiner Gedanken am österreichischen Hof als Persona non grata galt. Kleine Revoluzzerin, die Sissi… ;o)

Damit hatten wir unsere tägliche kaiserliche Dosis intus. Wo wir schon mal in der Innenstadt waren, machten wir uns auf Erkundungstour, Teil 2. Für ein Törtchen bei der K & K Hofzuckerbäckerei Demel war es noch zu früh und die Preise für die etwaigen Mitbringsel ließen uns dann doch schwer schlucken. Egal, wie grandios die Verpackung der Katzenzungen war, Sanne wollte keine knapp 20 Euro dafür ausgeben… Aber ein Törtchen nebst Kaffee muss in den nächsten zwei Tagen noch drin sein. Ich bestehe darauf!

Als nächstes passierten wir Meinl, da ich wusste, dass auch die einen Shop haben, wollte ich da natürlich auch rein. Wir erwarteten einen kleinen, schnuckligen Raum, wie wir es von Sacher und Demel kannten. Doch plötzlich standen wir in Wiens KaDeWe-Lebensmittelabteilung. Alles, was es exquisites in dieser Welt gibt, kann man hier kaufen. Zum Beispiel auch Lausitzer Spezialitäten, was uns sehr gefreut hat. Überhaupt scheinen hier Spreewälder Spezialitäten einen ganz guten Ruf zu haben. Neben unserem Hotel ist ein hochpreisiger Wein- und Champagnerladen, in dem wir an der Kassa ;-) doch glatt die Spreewald-Gurke to go entdeckten!
Zurück zu Meinl… Sannes Papa hat einen Lieblings-Whisky, den man quasi nirgendwo bekommt. Ist schließlich auch aus der kleinsten Brennerei Schottlands. Bei Meinl gibt es Fudge davon… und Fritz-Kola gibt es auch. ;-)

Weiter ging es die kleinen Gässchen entlang. Es gibt schon tolle, kleine Läden hier. Zufällig kamen wir unterwegs an der Confiserie vorbei, die ich mir für meine Schokoladenmitbringsel ausgesucht hatte.
Es gibt dort Trüffel in Form von Kronen!!! Also ein unbedingtes MUSS für mich.
Der kleine Laden entpuppte sich als ehemaliger Knopfladen und das wird dort auch mit einer Knopfkollektion aus Schokolade gewürdigt.
Unser weiterer Weg führte uns dann direkt zum Schwedenplatz, denn angeblich soll es dort das beste Eis der Stadt geben. Also lecker war es auf jeden Fall!

Eins haben wir auf jeden Fall in den letzten Tagen festgestellt. Noch in keiner Stadt, egal in welchem Land, sind wir auf so freundliche, gelassene und offene Menschen getroffen, wie hier in Wien. Ob im Hotel, im Restaurant, auf offener Straße oder in Läden: begrüßt, angelächelt, Small Talk… alle sind hilfsbereit und unglaublich höflich. Und es wirkte nicht ein Mal aufgesetzt, wie z.B. in New York.  Nein, der Wiener an sich ist einfach ein geselliges, charmantes und neugieriges Wesen. Ausgesprochen liebenswert! Und das „Grüß Gott“ geht uns mittlerweile automatisch über die Lippen, was sich hoffentlich mit Landung in Berlin wieder erledigt hat. ;-)
Nur an den Öffnungszeiten der Läden kann Wien noch arbeiten. Zwischen 18 und 19 Uhr ist hier Schluss mit Lustig. Da sind wir doch anderes gewöhnt…  daher mussten wir uns zeitig auf den Heimweg begeben, um unsere Prosecco-Vorräte noch vor Ladenschluss aufzufüllen.

Nach jetzigem Planungsstand sieht es so aus, als wenn wir morgen dann doch ins Belvedere gehen. Ihr werdet es erfahren…

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