Der Vorteil
unserer Urlaubsplanung ist, dass sie immer aus Modulen besteht, die man mehr
oder weniger austauschen kann. Als wir uns gestern Abend die Planung unserer
verbliebenen drei Tage nochmal angeschaut haben, kam am Ende ein neu
sortierter, wunderbarer Plan heraus, der uns heute Morgen zunächst auf die
andere Seite der Themse geführt hat. Bei strahlendem Sonnenschein bahnten wir
uns einen Weg durch das unfassbare Gewühl rund um die London Bridge, bis wir
einen ruhigeren Weg entlang der Themse fanden, der uns zum Globe Theater führte,
oder besser gesagt zu dem Nachbau von Shakespeares Wirkungsstätte. Das erste Globe
ist nämlich dummerweise1613 durch eine
Kanonenkugel abgebrannt, die Bestandteil einer Inszenierung war. ;-) Vorsicht
mit der Pyrotechnik können wir da nur sagen… Das zweite wiederum wurde 1644 abgerissen, nachdem es ein paar
Jahre vorher geschlossen wurde, da die Vergnügungen den Hohen Herren der Stadt
ein Dorn im Auge war.
Nun steht fast
an gleicher Stelle das neue Globe, welches 1994 eingeweiht wurde. Unser Ziel
war die Führung, die man durch das Theater machen kann. Wie schon so oft hatten
wir unglaubliches Glück mit unserem Guide. Ein lebendiger, höchst amüsanter
Mann, der übelsten Cockney-Akzent sprach. ;-)
Susanne kam mit dem Übersetzen der Massen an Informationen allerdings nicht hinterher, denn der gute Mann sprach ohne Punkt und Komma. Andrea hatte dennoch ihren Spaß und Susanne sowieso.
Susanne kam mit dem Übersetzen der Massen an Informationen allerdings nicht hinterher, denn der gute Mann sprach ohne Punkt und Komma. Andrea hatte dennoch ihren Spaß und Susanne sowieso.
Am Ende
wartete der obligatorische Shop mit vielen schönen Dingen, und vor dem Theater
ein Shakespeare-Shaun. Während der 40 Minuten, die wir in dem Theater verbracht
haben, hat sich die Population auf den Straßen rundherum vervielfacht, was
insbesondere an den gefühlt 1.000
Schulklassen lag, die unterwegs waren. Zu der gestrigen These von Andrea, dass
englische Schulklassen über keine Räume verfügen, können wir nach heutiger
Beobachtung eine weitere These hinzufügen. Frankreichs Schulräume – sofern sie
denn welche haben – müssen leer gefegt sein.
Wir
überquerten die Themse via London Bridge, um zum Schiffsanleger am Tower zu
gelangen, denn eine Bötchenfahrt auf der Themse stand als nächstes auf dem
Plan. Bei den Touristenmassen, die sich am Tower drängelten, waren wir froh,
dass wir diesen Programmpunkt schon bei einem der letzten Besuche erledigt
hatten. So ging es – zwei Shauns später – für uns auf das Schiff, welches uns
von der Tower Bridge nach Westminster brachte.
Langsam
schlenderten wir von dort in Richtung Savoy-Hotel, denn dort wartete zweifellos
der Höhepunkt des heutigen Tages auf uns. Original Afternoon Tea im Thames
Foyer des Hotels. Das Hotel hält genau das, was man sich verspricht, wenn man
den Namen Savoy hört. Prunkvoll, aber nicht überladen und unglaublich
freundliches und zuvorkommendes Personal. Wir hatten uns brav an die Angaben
auf der Reservierung gehalten, und liefen schon den ganzen Tag in „smart casual“-Klamotten
durch die Gegend. Nicht wirklich das praktischste Outfit, wenn man als Touri
durch eine Stadt streift. Beim nächsten Mal – sofern es ein nächstes Mal gibt –
sind wir schlauer. Wär nicht wirklich nötig gewesen.
Wir wurden
auf einem wunderbar bequemen Sofa platziert und kurz darauf standen ein
delikater Champagner, ein sehr leckerer Tee und eine Etagere mit herzhaften
Köstlichkeiten vor uns: die üblichen Sandwiches und Scones mit und ohne Rosinen.
Man konnte nach Belieben nach ordern, was wir bei den Sandwiches auch taten.
Als zweiter
Gang wurden uns die Köstlichkeiten aus der Patisserie-Abteilung vorgesetzt.
Auch hier eins leckerer als das andere, irgendwann war unser Bedarf an Zucker
allerdings gedeckt. Als die Kellnerin am Ende noch Torte bringen wollte, winkte
Susanne schon ab. Andrea wünschte sich nach einem Happen Victoria-Torte, dass
auch sie es getan hätte. Die wirklich leckere, aber unglaublich wuchtige
Sahnecreme-Torte war dann doch zu viel des Guten. ;-)
Voll
gefuttert und rundum glücklich verließen wir das Hotel wieder und machten noch
einen Abstecher in die Oxford-Street, weil wir dort noch den ein oder anderen
Laden besuchen wollten. Unser Elan hielt sich allerdings merklich in Grenzen,
denn wir waren einfach viel zu voll gefuttert. Außerdem fingen Susannes Füße
langsam an zu streiken, da sie ja den ganzen Tag nicht in bequemen Docs,
sondern in Absatzschuhen unterwegs waren.
Das war
heute insgesamt ein rundum gelungener Tag. Jetzt erholen wir uns noch ein
bisschen und morgen werden wir den Tieren im Zoo einen Besuch abstatten.
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