Also auf zu unserer zentral gelegenen Ferienwohnung. In
Empfang nahm uns Thomas, dessen Klamottenzusammenstellung schon recht
gewöhnungsbedüftig war. Das war aber nichts gegen die Wohnung, die er uns dann
präsentierte. Der Schnitt ist super, die Lage auch. Ganz zu schweigen von dem
tollen Balkon. Aber die Deko… alles ist mit bunten Bildern zugepflastert. Von
Buddhas über Sade, Obama, Mark Spitz und natürlich immer wieder Königs. Dazu
kommen ein paar neckische Hirschgeweihe, Kriegerrüstungen aus Übersee und ein
Esoterik-Diplom an der Wand. Schwer zu beschreiben, aber ziemlich absurd. Zumal
uns bei Buchung nicht klar war, dass das hier eine eigentlich bewohnte Wohnung
ist.
Nach einer gradezu absurden, aber auch sehr putzigen,
Erläuterung der diversen Lichtinstallationen und der nicht grade zielstrebigen
Erläuterung, wo die nächsten Supermärkte sind, nahm Thomas seinen Koffer und
überließ uns unserem Schicksal. Kaum war er zur Tür raus, kriegen Andrea und
ich erstmal den längst überfälligen Lachanfall, inklusive einem nicht enden
wollenden Kopfschütteln. (Bildband folgt)
Unsere ursprüngliche Tagesplanung hatten wir schon längst
über den Haufen geworfen und machten uns auf den Weg in die Stadt mit Ziel
Amalienborg, um zu gucken, wie Königs so wohnen. Auf dem Weg haben wir schon
einige schöne Dinge entdeckt, die wir uns in den nächsten Tagen noch
ausführlicher angucken werden. Den ersten wirklichen A-Ha-Effekt hatten wir,
als wir ahnungslos um eine Ecke bogen und vor uns plötzliche Nyhavn lag. Eine Straße
voller kleiner bunter Häuser, ein Café neben dem nächsten und ein Kanal davor,
in dem Oldtimer-Schiffe träge vor sich hin dümpeln. Auf der sonnenbeschienen
Seite war die Hölle los, zumal hier ja gestern auch Feiertag war. Wir kämpften
uns über eine Brücke, machten einen kurzen Zwischenstopp in einem Eisladen, um
unser erstes dänisches Softeis zu essen – quasi gefrorene Sahne. Und weiter
ging der Fußmarsch und ab hier war Ruhe pur. Man hat nicht das Gefühl, in einer
Stadt unterwegs zu sein. Viel Grün, viel Wasser und ausnahmslos entspannte
Leute. An der Amalienborg beschlossen wir, es bei der Außenbesichtigung zu
lassen, da die Ausstellung nur noch eine Stunde geöffnet war. (Sowieso eins
unserer größten Probleme: die seltsamen Öffnungszeiten) Aber die Kirche gleich
nebenan war natürlich nicht vor uns sicher. Ursprünglich sollte es der größte
Kuppelbau Europas werden, aus Marmor versteht sich. Leider ging das Geld aus
und es ist ein etwas kleinerer Bau aus norwegischem Kalkstein geworden. Aber
schön ist sie trotzdem.
Da wir nun schon so weit in den Osten der Stadt gelaufen
waren, beschlossen wir, den letzten Rest Weg bis zur kleinen Meerjungfrau auch noch
zu absolvieren. Einen Zwischenstopp legten wir in der einzigen anglikanischen
Kirche Dänemarks ein. Ein Gebäude, das gut und gerne irgendwo in den Highlands
stehen könnte. Von Weitem sahen wir dann schon das Objekt unserer Begierde,
oder besser gesagt, die Menschenmassen, die es umlagerten. Damit hatten wir nun
aber wahrlich gerechnet und Susanne war ja vorbereitet. So ein Teleobjektiv ist
schon was Feines, kein Mensch zu sehen auf den Fotos. :-)
Da es höchste Zeit für eine ausgedehnte Pause war, enterten
wir ein Café direkt am Wasser und ließen uns die Sonne auf die Nase scheinen.
Und wir waren uns schnell einig, dass wir noch nie in einer so entspannten
Stadt unterwegs waren. Auf dem Rückweg zu unserer Wohnung, statten wir noch dem
Kastellet einen Besuch ab. Eine uralte, sehr gut erhaltene Zitadelle, die zwar
immer noch militärisch genutzt wird, aber auch ein beliebter und sehr
idyllischer Ausflugsort ist.
Der dann folgende doch recht lange Fußmarsch entlang am
Wasser führte uns in den Supermarkt, der gar nicht so kompliziert zu finden
war, wie es die Erklärungen unseres Vermieters impliziert hatte. Täglich
geöffnet von 8 bis 24 Uhr, endlich mal vernünftige Öffnungszeiten, ;-)
Nach einem Frühstück auf dem Balkon, machen wir uns jetzt
auf, den nicht ganz so ruhigen Teil Kopenhagens zu erkunden.
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