Freitag, 1. November 2013

Mind the Gap. Warum bleibt Victoria’s Secret



In Heathrow kennen wir uns ja mittlerweile aus. 20 Kilometer laufen, bis man beim Gepäck ist, raus zum rauchen, wieder rein, um Geld zu holen, Treppe runter, Oyster Card gekauft und ab in die U-Bahn. Erfreulicherweise war bei Ankunft im Hotel unser Zimmer schon bezugsfertig. Und noch viel schöner war es, dass wir es beim dritten Aufenthalt endlich geschafft haben, ein Zimmer mit Balkon zu bekommen. Sehr angenehm.

Kurz häuslich eingerichtet und dann ging es nach Camden, dem ersten Shoppingpunkt auf der Liste.
Da wir bereits bei früheren Aufenthalten die Spreu vom Weizen getrennt haben was die Läden betrifft, wussten wir genau wo wir rein wollten.
Zum Start der Tour aber gab es erst einmal noch einen Koffeinschub, da der Becher im Flieger doch recht klein bemessen war.
Und während wir dort saßen, endeckten wir doch glatt einen GAP auf der anderen Straßenseite.
Praktisch, da Andrea da eh rein wollte. Leider gibt es ihr Objekt der Begierde nirgends mehr in London, ebenso wenig wie eine London-Starbuckstasse. Aber diese Erkenntnisse werden wir erst am Ende dieses Shoppingtages gewinnen. Verbunden mit ein wenig Enttäuschung darüber.
Aber zurück nach Camden…

Ein paar Gothicläden abgelaufen und dann kamen wir zum eigentlichen Shoppingziel: den DocMartens Läden. Wie ja hinlänglich bekannt sein dürfte, verfügen wir beide aber bereits über eine solide Auswahl an diesen ungemein bequemen Schuhen. Insofern müssen die sich schon ganz schön was einfallen lassen, um unser Portemonnaie zu öffnen. Ist ihnen dieses Mal bisher nicht gelungen. Zwei Modelle liegen durchaus noch im Rennen, aber ob sie gewinnen, wird sich zeigen. Andere Läden haben schließlich auch schöne Dinge.

Nach einem gemütlichen Bummel über den übersichtlichen Teil des Marktes und einem kleinen Snack beschlossen wir, den Tagesordnungspunkt Oxford Street noch abzuhaken. Dort wartete der Disney Store und ein weiterer GAP. Vielleicht gab es ja dort Andreas Objekt der Begierde noch? (Die diversen Starbucks-Filialen, denen wir in den folgenden 24 Stunden einen vergeblichen Besuch abgestattet haben, werden wir nicht weiter erwähnen. Bei ebay gibt es die verdammten Tassen noch!!!)

Zurück auf die Oxford Street. Hier war es voll, sehr voll! Denn wir hatten mittlerweile die Tageszeit erreicht, wo man in der City of London nicht mehr entspannt bummeln und shoppen kann. Egal, wir sind ja nicht zum Spaß hier! Also rein in den nächsten GAP. Objekt der Begierde? Fehlanzeige. Aber… die haben ja durchaus auch nette Klamotten. Vor allem in jeder Filiale andere… Wenn diese GAP-Tüten nur nicht so unhandlich wären, aber egal, immer her damit!

Auf zu Disney. Hier fiel der Besuch erfreulich preisgünstig aus. Die sind grade auf dem Monster-Trip und die bösen Attacken blieben zum Glück aus. Und da wir im GAP erfahren hatten, dass zwei Minuten die Oxford Street runter der Flagship-Store sei, keimte in Andrea natürlich neue Hoffnung auf. Wo, wenn nicht da, sollte es ihr Objekt der Begierde geben?

Zwei Minuten empfindet offenbar jeder anders, uns kam der Weg geringfügig länger vor, aber 20 Minuten später hatten wir uns durch die Menschenmassen bis zum Oxford Circus gekämpft und auch den GAP gefunden. Auch hier gab es wieder schöne Dinge, zum gefühlt 20 Mal probierten wir etwas an, nur das Objekt der Begierde gab es immer noch nicht. So langsam bestätigte sich der böse Verdacht, dass sie es einfach nicht mehr haben. Aber eine weitere GAP-Tüte passte noch in die Hand, die daraufhin allerdings sofort Annahmeschluss verkündete. Ein sicheres Zeichen dafür, dass es Zeit wird, nach Hause zu fahren.

Cider, Chips, ein kurzer Abstecher in den Pub auf eine Portion Fish & Chips und sehr schnell war der erste Tag in London Geschichte.

Also nicht, dass ihr glaubt, wir wären nur zum Shoppen hier… Kultur steht auch noch auf dem Programm. Ehrlich! Aber nicht am zweiten Tag. Auch dieser war komplett mit Shopping verplant.
Da es neuerdings in London auch eine Victoria´s Secret-Filiale gibt, wollten wir uns das Spektakel mal ansehen.  In New York waren wir zwar auch drin, aber da konnten wir vor lauter Frauen kaum Dessous entdecken.

Nun der zweite Anlauf. Kurz nach Ladenöffnung war es noch angenehm leer und los ging die lustige Jagd. Schublade auf, Schublade zu. Schneller, selektiver Blick. Pink und Türkis sind ja nicht grade unsere Farben. Aber halt! Was ist denn das? Schwarz und nett… ab in’s Beutelchen und anprobiert. Klingt entspannt, dauerte aber insgesamt auch zwei Stunden und minütlich wurde der Laden voller. So voll, dass wir schnell zur Kasse eilten und Andrea sich nicht mal mehr mit Body Splash belohnen wollte. Und DAS will was heißen, vor allem, da es fünf Flaschen für 30 Pfund gab.

Nach verdienter Pause hieß es dann, ein Problem zu lösen. Susanne hatte beim letzten London-Aufenthalt den Laptop ihres Vaters dabei. Alles schön. Dass der Stecker ihres eigenen nicht in den Adapter passen könnte… darauf war sie nicht gekommen. Alarm! Zum Glück gibt es ja Kaufhäuser mit gut sortiertem Sortiment! Neuen Adapter gekauft – Problem gelöst. Und wieder mal die Erkenntnis gewonnen, dass die Engländer verdammt kreative Schaufenstergestaltung beherrschen. Einen Eisbär aus Wii-Teilen zusammenzubauen… darauf muss man erst mal kommen. 

An diesem Punkt des Tages waren wir eigentlich schon durch und die Straßen waren auch schon wieder viel zu voll. Aber die Liste der „Pflichtläden“ war noch nicht viel kürzer. Also auf zum nächsten Circus. In dem Fall der Picadilly. Da sollte so ein Sportkaufhaus sein, was uns von irgendwelchen Hotten empfohlen worden war. Und wir rennen da auch noch brav hin, obwohl uns englischer Fußball nun wirklich nicht interessiert. Ebenso wenig wie Rugby oder Cricket. Irgendwo sollten angeblich grün-weiße Fanartikel versteckt sein. Waren sie vielleicht auch, aber so gut, dass wir leider keine gefunden haben. Obwohl… im zweiten Stock, ganz hinten links, im untersten Regal haben wir dann doch noch was gefunden. Offenbar Ladenhüter, waren schon um 50% reduziert. :p

Und da wir schon mal da waren, hat Andrea dann auch gleich noch ein paar reduzierte Puma-Ballerinas in schickem grün erstanden und dankend die angebotene Lonsdale-Tasche abgelehnt.

Wieder an der frischen Luft haben wir dann auch gleich noch ein gewünschtes Foto geschossen und einen Merchladen besucht, der uns vor zwei Jahren noch irre gemacht hätte. Aber auch hier muss man sich mittlerweile Mühe geben, um uns zu überzeugen.

Blieb also nur noch ein Punkt auf der Liste des heutigen Tages: Der Laden mit den lustigen gelben Tüten. Vorher bedurfte es einer kleinen Stärkung, denn wir ahnten, was in der m & m’s-World auf uns zukommen würde. Nach Kaffee und Shortbread stürzten wir uns todesmutig in die Massen, die sich durch die vier Etagen schoben. Nachdem wir das Merch-Sortiment gecannt hatten, und auch hier recht glimpflich davon kamen, ging es noch zur Schlacht an den Säulen, wo man die lustigen bunten Teile  frisch zapfen kann. Mann-, bzw. in dem Fall Frau-Deckung ist dabei sehr hilfreich!

Morgen steht zum Glück Sight-Seeing auf dem Programm, denn im Augenblick haben wir beide einen Shopping-Overkill, von dem wir uns mit einer riesen Portion Hühnchen von KFC und leckerem Cider langsam erholen.

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