Montag, 29. März 2010

Nachbetrachtungen

Endlich wieder eine normale Tastatur!!! :-)

Nun sind wir schon zwei Tage wieder in Berlin und gestern Nacht hat uns der Jetlag eingeholt. Und im Kopf wirbeln die Erinnerungen durcheinander. Fest steht eigentlich schon jetzt, dass das nicht unser letzter New York-Besuch war. Unklar ist nur, wann wir wieder fliegen. Erstmal gibt es andere Pläne. ;-)

Mit den vollen Koffern hatten wir keine Lust, uns in die Bahn zu quälen, also hatten wir beschlossen, uns ein Taxi zu nehmen. Über's Hotel konnte man die auch ohne Probleme bestellen. Das Taxi entpuppte sich dann als schwarze Lincoln-Limousine. Sehr standesgemäß, fanden wir! :-)

Unser Rückflug war ja zum Glück deutlich kürzer als der Hinflug. Bei der Ausreise interessiert die Amis überhaupt nicht, ob man seinen Koffer alleine gepackt hat oder wer die Kamera zuletzt in der Hand hatte. Logisch, sie werden einen ja los. ;-) Das Wichtigste ist, dass man das grüne Ausreiseformular abgibt. Sonst kommste nämlich nicht mehr rein.
Erst hatten wir keine Sitzplätze, doch schließlich saßen wir sogar nur zu zweit in einer Dreierreihe, sehr zum Erstaunen sämtlicher Stewardessen, dass da noch ein Platz frei war. Susanne hat vor sich hin gepennt und Andrea mit den garstigen Turbulenzen überm Atlantik allein gelassen. (Sie hätte mich ja wecken können... *g*).
Das Frühstück war mehr als notdürftig, zumal die Kaffeemaschine ausgefallen war. Und dann hieß es auch schon: Landung in Tegel. Wir haben ewig auf's Gepäck gewartet. Die Zollkontrolle blieb uns aber erspart, da Andrea - freundlich, wie sie ist - eine Frau mit einem Turm von vier Koffern auf dem Gepäckwagen vorließ. Und die haben sie sich natürlich geschnappt und hatten damit keine Zeit mehr für uns.
Neben uns hörten wir einen anderen reichlich entgeisterten Zollbeamten: "Das ist das dritte Golfset!" Was Leute so alles einkaufen, wenn sie in NY sind...

Was uns im Kopf hängen geblieben ist:

Allgemein:
- Es hat nen Grund, warum alle mit Kreditkarte zahlen. Mit dem Kleingeld wird man irre! Und vor allem wird man es nicht wieder los, da man durch die blöde Steuer, die bei allem drauf kommt nie weiß, was man letztlich bezahlen muss.

- New York ist unfassbar sauber! Ständig sieht man jemanden mit Schaufel und Besen, der Kleinkram auffegt. Niemand wirft irgendwas auf die Straße. Hundekot wird absolut selbstverständlich sofort vom Hundebesitzer entsorgt, bzw. vom Hundesitter, die man auch ständig trifft.

- Freundlichkeit ist wirklich Programm! Und man sucht nie lange nach Personal! Die Dichte von Angestellten pro Laden ist enorm. Und wenn man eine Frage hat, hat man nie das Gefühl, grade gestört zu haben.

- Überhaupt... wenn man mit Leuten ins Gespräch kommt, sind sie total interessiert! Sobald wie raffen, dass Du aus einem anderen Land bist, fragen sie einem Löcher in den Bauch.

- Amerikanisches Fernsehen besteht nur aus Werbepausen! Nachrichten umfassen drei Dinge: Sport, Wetter, Nachrichten aus den USA. Ausland findet da nicht statt! Und größtenteils eigentlich sowieso nur alles, was New York betrifft.

- Plattenläden werden überbewertet. Wir haben jedenfalls keinen gefunden, da der Virgin Megastore am Times Square nicht mehr existiert. (Vermutlich laden alle nur noch runter.) Ohne iPod oder iPhone sind gefühlt höchsten 5 Prozent unterwegs.

- Fastfood und to go können sie RICHTIG gut! Rund um die Uhr kann man sich was zu futtern holen. Und zwar alles!

- Bierflaschen in braunen Papiertüten sind viel auffälliger als Bierflaschen ohne braune Papiertüte drumherum. Aber, wenn die Plastiktüte durchsichtig ist, muss der Alkohol natürlich vorher in eine... braune Papiertüte!

- Man amüsiert sich ja immer über amerikanische Filme, wo jemand einfach nur die Hand rausstreckt und sofort hält ein Taxi. Das ist wirklich so!!! Man sieht eigentlich nur gelb! Straße ohne Taxi existieren nicht! (Außer natürlich vor dem berüchtigten Islander-Stadion *g*).

- Alles, was uns Sex and the City über das Modebewusstsein der New Yorkerin erzählt ist gelogen! Gut gekleidete Frauen sieht man echt sehr selten. Sei es die Farbzusammenstellung, die knallenge Legging bei Größe XXXXL, die Highheels, auf denen Frau nicht laufen kann... allerdings meinen die Amis die Größen ernst, die auf den Klamotten stehen. Wo L draufsteht, ist auch L drin! Und es gibt eben auch alles bis mindestens XL.

- Doc Martins sind in NY offenbar unbekannt. Andrea hat mit ihren Lackstiefeln jedenfalls viel Aufsehen erregt. (ein Verkäufer klärte uns auf, dass Europärer eigentlich oft mit ihren schweren Schuhen auffallen. Logisch, gibt ja da nur Pumps, Flip Flops, Ballerinas und Gummistiefel!)

- Mit ihren 'kauf-drei-für-zwei'-Aktionen und 'wenn-sie-das-kaufen-kriegen-sie-noch-was-umsonst'-Nummern machen die Amis einen wahnsinnig. Vor allem, wenn man eigentlich grade bezahlen will und das dann erst erfährt. Dann heißt es hektisch durch die Regale gerannt und noch was ausgesucht. Außer Susanne hat die Schnauze von Andreas Unentschlossenheit voll und kürzt das Ganze ab, indem sie kurzerhand aufs nächstbeste Regal zugeht und sich was schnappt!

NHL
- NHL-Mannschaften kochen auch nur mit Wasser. Was die so an Chancen vor dem Tor vergeben haben... hat uns glatt an die Eisbären erinnert.

- Kommt man bei einem NHL-Spiel nicht pünktlich zurück aus der Pause muss man so lange am Eingang warten, bis das Spiel unterbrochen wird. Erst dann dürfen die Massen wieder rein. Aber da das Spiel bei den Amis ja eh nebensächlich ist...

- Gegner niedermachen über Videowürfel können sie großartig! Wir finden, dass sollte man bei uns auch einführen!

- Im Madison Square Garden bekommt jeder nur zwei Bier (keine Ahnung, wie die das überprüfen...). Ab Beginn des dritten Drittels gibt es gar nix mehr. (Sollte man mal in der DEL probieren. Das gäb wohl den ersten vereinsübergreifenden Protest!). Bei den Islanders auf dem Land hingegen kommt der Bierverkäufer sogar mit raus zu den Rauchern. (Leider gibt es dann dann aber natürlich auch Alkoholleichen. Wer sich's leisten kann... bei Preisen von 7 bis 9 Dollar pro Bier!)

- Die Prügeleien sind echt Programm. Jeder schiefe Blick wird sofort entsprechend quittiert. Schön einfach, wie die Mitspieler gelangweilt herumstehen und warten, dass die Streithähne endlich fertig werden. Und natürlich die Schiris, die fein säuberlich alles aus dem Weg räumen - auch Tore, wenn es sein muss.

- Man kann viel Geld für NHL-Merch ausgeben. SEHR viel Geld! :-) (Wird allerdings peinlich, wenn man beim vierten Betreten des NHL-Ladens mit den Worten begrüsst wird: "Back again?!" Aber zu unserer Ehrenrettung sei gesagt, dass wir jedesmal einen 15%-Gutschein in der Tasche hatten!)

So das war's erstmal! Fotos werden gleich hochgeladen (also ausgewählte von den rund 450 *gg*). Und die nächsten Reiseeskapaden gibt es erst wieder Pfingsten, wenn wir zur Eishockey-WM nach Köln fliegen und uns die Halbfinalspiele angucken.

Hat Spaß gemacht mit euch! Danke für die vielen netten Kommentare. :-))
Andrea und Susanne

Für Fotos bitte hier drauf klicken!

Wer mehr sehen will, muss sich vertrauensvoll an uns wenden. Wir haben noch knapp 300 *g*

1 Kommentar:

  1. sehr sehr schöner guter blog, war meine S-Bahn lektüre, musste oft schmunzeln :)
    hab mir jetzt auch anregungen für mein nächsten NY aufenthalt geholt. danke dafür.
    scippy

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